Ein Website-Relaunch ist für viele Unternehmen ein Risikoprojekt: Wer es falsch angeht, verliert hart erkämpfte Google-Rankings, verwirrt Bestandskunden mit einer neuen Struktur und verbrennt Budget ohne messbare Ergebnisse. Wer es richtig macht, kann die Website in ein leistungsstärkeres Marketinginstrument verwandeln – mit besserem SEO, höherer Conversion Rate und modernerer Nutzerführung.
Diese 12-Schritte-Checkliste zeigt, worauf Sie in jeder Phase achten müssen.
Schritte 1–4: Was wird behalten, was ersetzt? Welche Ziele soll der Relaunch erfüllen?
Schritte 5–8: URL-Struktur, Inhalte, Design & technische Anforderungen festlegen.
Schritte 9–12: Go-Live vorbereiten, umleiten, überwachen & optimieren.
Phase 1: Analyse & Ziele (Vor dem Relaunch)
Schritt 1: Ist-Analyse der aktuellen Website
Bevor Sie irgendetwas ändern, müssen Sie verstehen, was Ihre aktuelle Website leistet. Exportieren Sie aus Google Search Console alle URLs mit Impressionen und Klicks. Analysieren Sie in Google Analytics, welche Seiten den meisten Traffic und die besten Conversion-Raten haben. Diese Seiten müssen beim Relaunch besonders sorgfältig behandelt werden – hier steckt Ihr SEO-Wert.
Schritt 2: Ziele definieren
Ein Relaunch ohne klare Ziele ist ein Relaunch ins Blaue. Typische, messbare Ziele: „Die Anzahl der monatlichen Anfragen um 30 % steigern“, „Die Absprungrate auf der Startseite unter 60 % senken“ oder „Google PageSpeed-Score über 80 erreichen“. Diese Ziele steuern später alle Design- und Technik-Entscheidungen.
Schritt 3: URL-Inventur anlegen
Erstellen Sie eine vollständige Liste aller bestehenden URLs (Crawl-Tools wie Screaming Frog helfen dabei). Entscheiden Sie für jede URL: beibehalten, weiterleiten oder löschen. URLs mit gutem SEO-Wert sollten nach Möglichkeit unverändert bleiben.
Schritt 4: Mitbewerber analysieren
Was machen die Top-3-Mitbewerber in Ihrer Branche auf ihren Websites besser? Welche Inhalte fehlen Ihnen? Welches Design-Niveau erwartet Ihre Zielgruppe? Diese Erkenntnisse fließen in das Konzept ein.
Phase 2: Planung & Konzept
Schritt 5: Neue Sitemap und URL-Struktur planen
Planen Sie die neue Seitenstruktur, bevor Sie mit dem Design beginnen. Wo möglich: bestehende URLs beibehalten. Wo nötig: neue URLs logisch und keyword-optimiert benennen. Erstellen Sie eine vollständige Weiterleitungsliste (301-Redirects) von alten zu neuen URLs.
Schritt 6: Inhaltsstrategie festlegen
Welche Inhalte werden übernommen (möglicherweise aktualisiert)? Welche werden neu erstellt? Welche werden gelöscht? Für SEO-relevante Seiten: Title-Tags, Meta-Descriptions und Inhalte auf der neuen Seite bereits vor dem Launch optimieren.
Schritt 7: Technische Anforderungen definieren
Legen Sie vor der Entwicklung fest: Welches CMS? Welches Hosting? HTTPS-Pflicht, Ladezeiten-Ziele (PageSpeed > 80), mobile Optimierung, Barrierefreiheitsanforderungen (BFSG), DSGVO-konforme Einbindung von Google Analytics und Cookies.
Schritt 8: Staging-Umgebung aufsetzen
Entwickeln Sie nie direkt auf der Live-Website. Eine Staging-Umgebung (Testserver, der von Google nicht indexiert wird) erlaubt gründliche Tests vor dem Go-Live. Wichtig: Stellen Sie sicher, dass die Staging-Umgebung per robots.txt oder Meta-Tag von Google blockiert wird.
Phase 3: Launch & Nachsorge
Schritt 9: Pre-Launch-Test-Checkliste abarbeiten
- Alle 301-Redirects testen – jede alte URL muss korrekt weiterleiten
- Alle Formulare auf Funktion prüfen
- Broken Links scannen (Screaming Frog oder Ahrefs)
- PageSpeed auf mobil und desktop messen
- Google Analytics und Search Console auf neue Domain/URL-Struktur anpassen
- DSGVO-Konformität prüfen (Cookie-Banner, Datenschutzerklärung)
Schritt 10: Timing des Launches wählen
Launchen Sie am besten dienstags bis donnerstags, wenn Ihr Support-Team voll einsatzfähig ist – nicht freitags oder vor Feiertagen. Halten Sie die erste Stunde nach dem Launch frei für Monitoring und schnelle Korrekturen.
Schritt 11: Search Console nach dem Launch überwachen
Reichen Sie die neue Sitemap in der Google Search Console ein. Überwachen Sie in den ersten zwei Wochen täglich den Abdeckungsbericht auf neue Fehler und den Leistungsbericht auf Veränderungen im Ranking.
Schritt 12: 30-Tage-Review
Vergleichen Sie die KPIs (Traffic, Conversions, Rankings, Bounce Rate) mit dem Zeitraum vor dem Relaunch. Identifizieren Sie Seiten, die Rankings verloren haben, und optimieren Sie diese gezielt nach.
Fazit: Planung ist Ihr größter Vorteil
Ein Relaunch, der mit dieser Checkliste durchgeführt wird, minimiert das Risiko von Ranking-Verlusten und maximiert die Chance, die neue Website als Umsatztreiber zu positionieren. Der größte Fehler ist es, den Relaunch als rein gestalterisches Projekt zu verstehen – er ist in erster Linie ein strategisches.
Planen Sie einen Website-Relaunch? Wir begleiten Sie von der Analyse bis zum Go-Live – sprechen Sie uns an.
